Das „Ich will ja schon lange mal aussortieren“ steht oft als Großprojekt auf der To-Do-Liste. Und dann ist aller Anfang irgendwie schwer. Deswegen fang doch heute mal mit irgendeiner dieser Mini-Ausmist-Ideen an – dann hast du gleich einen Erfolg zu vermelden. Und vielleicht wird dann der Anfang leicht!
Mach Schritt für Schritt – such dir einfach nur eine Idee aus, und zwar die, die dir am einfachsten vorkommt. (Spoiler: Manche werden dir vielleicht un-mög-lich vorkommen. Dann nimm die besser nicht. Ist ja sehr individuell alles!)
Eine Runde Müllsammeln
Schnapp dir eine Mülltüte und geh durch deine Wohnung. Schmeiß alles rein, was ganz offensichtlich Müll ist. Entweder nur das, was so rumliegt. Oder auch das hinter Schranktüren und in Schubladen.
Hier geht es nicht um Sachen, die noch gut sind, und die du aussortieren könntest. Nein, um Müll.
Papierschnipsel, Krümel, Kassenbons, einzelne Socken, das abgebrochene Plastikteil unbekannter Herkunft, die Schraube (ebenfalls unbekannter Herkunft), abgelaufene Hustenbonbons und so weiter. Müll halt!
Dein Gewinn: Es sieht einfach gleich ordentlicher aus und du konntest was wegschmeißen.
Wenn du mehr Zeit hast: Mach im Keller oder auf dem Dachboden weiter.
Einen Zeitschriftenstapel wegzaubern
Unerwünschte Zeitschriftenstapel sind die Pest, echt. Sie sind nämlich doppelt fies: Sie liegen rum und hinterlassen ein vollgestopftes Raumgefühl. UND die meisten schreien: „Das wolltest du alles noch lesen!“
Nimm heute einen dieser Stapel und wirf ihn unbesehen ins Altpapier.
Es wird dir erst schwer fallen. Denn du hast den Stapel ja aus einem Grund aufbewahrt.
Aber wenn du es schaffst, bist du nicht nur den Stapel selbst los, sondern auch dieses riesige To-Do, den „Stapel zu lesen“.
Hach. Herrlich!
Lesetipp für mehr Hilfestellung: Zeitschriften(stapel) aussortieren – meine Tipps
Ein bisschen Luft ins Bücherregal lassen
Such heute 10 Bücher aus deinem Regal aus, die gehen könnten. Nur 10.
Wenn du nicht gerade eine dieser Personen bist, für die ihr Bücherregal das absolut größte Heiligtum ist, wirst du vielleicht 10 Stück finden. (Oder 5?)
Dein Gewinn: Ein bisschen mehr Platz im Bücherregal, vielleicht müssen jetzt weniger Bücher quer obendrauf liegen.
Viel wichtiger aber: Die Erfahrung, dass es geht! Bücher sind beim Aussortieren nämlich für viele von uns eine besondere Herausforderung.
Wenn du mehr Zeit hast: Pieps sie gleich bei Momox rein (=Ankaufsplattform unter anderem für Bücher) und schau mal, ob du damit den Mindestankaufswert erreichst. Wenn ja, gleich durchziehen und abschicken.
Ach… und – Reinpiepsen? So sagen wir das hier. Die Momox-App bietet die Funktion, die Bücher per Strichcode einzulesen. Das geht schnell und macht Spaß, auch den Kindern! 😉
Eine Oberfläche (fast) leer machen
Freie Oberflächen (Kommoden, Tischchen, Küchentresen, Arbeitsplatte, Fensterbänke und so weiter) ziehen Kram magisch an.
Räum heute eine leer und stelle statt des Krams nur ein bis maximal drei schöne Deko-Gegenstände drauf.
So geht’s:
Müll kommt gleich weg. (Siehe auch Idee 1 oben).
Sachen, die du nicht mehr brauchst, sortierst du aus.
Dinge, die einfach nur am falschen Ort sind, werden an ihr Zuhause gebracht. (Sachen der Kinder einfach ins jeweilige Kinderzimmer.)
Und die, die kein Zuhause haben, aber noch dringend (wirklich) benötigt werden, bekommen genau jetzt ein neues Zuhause zugewiesen.
Die leere Oberfläche schööön einmal kurz überwischen und dann mit einem Deko-Gegenstand, der dir wirklich (!) gefällt, aufwerten.
Wenn du mehr Zeit hast: Sortier gleich das dazugehörige Möbelstück aus.
Ja, wirklich kein Witz. Diese Idee ist immer wieder Thema auf den Minimalismus-Kanälen, die ich so verfolge: Am besten gegen vollgekramte Oberflächen hilft es, die Oberfläche zu entfernen 😉 Geht natürlich nicht immer so leicht, aber wenn doch: Warum nicht?
Bekannte von mir haben einen großen, wunderschönen Tisch im Flur stehen. Sieht toll aus, würde mich aber wahnsinnig machen – bei uns wäre der in 2 Tagen unter all dem dort mal eben schnell abgelegten Kram nicht mehr zu sehen – gerade im Flur!
Eine aussortierte Sache zum Verkauf einstellen
Diese Idee betrifft den berühmt-berüchtigten Loswerdeberg. Alle Ausmistende haben ihn – das Aussortieren ist getan und nun liegt der Kram da und will losgeworden werden.
Für heute nimm eine der Sachen, die du schon immer mal bei ebay oder Kleinanzeigen einstellen wolltest. Und mach es jetzt.
Viele Tipps dazu (und dazu, wie es weitergeht, wenn es mit dem Verkauf doch nicht so läuft) habe ich hier:
- Kostenloser Loswerde-Plan
- Aussortierte Sachen verkaufen oder verschenken, spenden oder wegwerfen? Entscheidungshilfe mit Checkliste
Wenn du mehr Zeit hast: Stell noch eine zweite Sache zum Verkauf ein.
Eine Fuhre zur Spendenannahme bringen
Wenn du einen Loswerdeberg hast (die Wahrscheinlichkeit ist hoch), schau doch mal, ob du nicht heute einen Teil davon zu deiner favorisierten Spendenannahme bringen kannst.
Checke vorher, ob da heute geöffnet ist und ob auf ihrer Internetseite vielleicht steht, dass sie aktuell bestimmte oder alle Dinge nicht annehmen.
Und schau auch, dass die Sachen, die du hinbringst, in einem guten Zustand sind. Es gibt heutzutage Spenden im Überfluss und Dinge in schlechtem Zustand müssen die Spendenannahmestellen selbst kostenpflichtig entsorgen. Lade ihnen das nicht auf, sondern entsorge dann lieber selbst. (Dann musst du auch gar nicht erst schleppen.)
Die Sockenschublade ausmisten
Kleiderschrank aussortieren kann ein großes Projekt sein (kommt auf den Kleiderschrank an). Aber die Sockenschublade ist immer ein lohnender Anfang.
Geh durch und sortiere alles aus, was
- nicht mehr passt
- kaputt ist
- einzeln ist.
Das ist manchmal schon überraschend viel – und das mit so wenig Aufwand!
Und nein, heute hebst du keine einzelnen Socken fürs Basteln, Nähen oder sonstiges auf. Sie kommen weg. Genau wie die kaputten und die, die nicht mehr passen.
(Ja, letztere könnte theoretisch noch jemand anziehen. Aber wenn du in deinem Haushalt nicht gerade jemanden hast, der dafür sofort in Frage kommt, empfehle ich dir den Gang zur Mülltonne, denn Verkauf oder Spenden wird wahrscheinlich nix.)
Wenn du mehr Zeit hast: Mach bei der Unterwäsche weiter! Gleiches Spiel, gleiches Ziel (=Tonne).
Mit dem Müllsack ins Bad
Eine gewisse Dopplung mit der Müllsammlung im Haus ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings gehen wir hier noch etwas weiter.
Im Bad sind oft Sachen (vor allem Reinigungs-, Pflege- oder Schmink-Produkte), von denen wir mal dachten, dass wir sie mögen und benutzen würden. Wo es dann aber doch anders kam, aus welchem Grund auch immer.
Das sind dann ganz oft diese „Zu-schade-zum-Wegschmeißen-hat-ja-Geld-gekostet-und-ist-ja-eigentlich-noch-gut-kann-ich-bestimmt-doch-noch-mal-benutzen“-Sachen.
Ignorier das heute und mach dich frei von dieser Falle. Entsorge die Produkte, die du dir für regelmäßigen Gebrauch gekauft hast, aber jetzt seit mindestens 3 Monaten nicht (mehr) benutzt hast.
Es ist egal, wie viel sie gekostet haben. Denn das unbenutzte Rumstehen bringt dir leider das ausgegebene Geld auch nicht zurück – und verkaufen kann man angebrochene Fläschchen eben auch nicht.
Für Pröbchen und Miniaturen aller Art gilt das Gleiche. Wir denken immer, dass wir die mit verbrauchen werden, machen es aber meistens nicht.
Wenn du das Wegschmeißen so gar nicht willst, pack all die aussortierten Flaschen, Tuben und Co in einen Behälter, stell ihn sichtbar hin und versprich dir, von nun an nur noch diese zu benutzen, bis sie leer sind. (Dabei wirst du vermutlich merken, ob du darauf Bock hast. Wahrscheinlich nicht.)
Kleiderschrank easy VOR-Aussortieren
Auch wenn dich das Kleiderschrank-Ausmisten allgemein abschrecken sollte, hier ist eine Mini-Idee für den Anfang.
Schau deinen Kleiderschrank durch (du musst dafür nicht alles rausnehmen und aufs Bett werfen…) und sortiere die Sachen aus, die
- ganz offensichtlich nicht passen (von denen du es weißt, ohne sie anzuprobieren)
- kaputt sind
- du schon so ewig nicht an hattest, dass du schon gar nicht mehr wusstest, dass du sie hast
- die noch ein Preisschild haben – aber schon länger als drei Monate in deinem Schrank sind.
Die kaputten Sachen kommen auf jeden Fall in die Tonne. Allenfalls kannst du noch Wischlappen draus machen, wenn du nicht genug davon hast. Aber nur, wenn du dafür keine Kanten umnähen musst und so.
Solltest du jemand mit stark schwankendem Gewicht sein, könntest du die nicht mehr passenden Stücke, die du eigentlich sehr (!) magst und die dir vermutlich bald wieder passen, in eine extra Kiste packen und erstmal wegstellen. Allen anderen empfehle ich, die nicht mehr passenden Sachen wirklich loszuwerden – sie machen meistens nur schlechte Gefühle.
Sachen, die wirklich (!) noch gut sind, pack in die Spendenkiste.
Küchen-Memory
Finde in deiner Küche Doppelte. Wie beim Memory!
Sortier also die Küchenutensilien aus, von denen du zwei oder eben „zu viele mehrere“ hast. Das passiert schon häufiger als man so denken sollte.
Klar brauchst du mehrere Teller, logisch. Aber so Dinge wie Knoblauchpresse, Dosenöffner, Backpinsel, Pfannenwender, Brotmesser, Schneebesen, Küchenwaage, Messbecher etc. brauchst du nur einmal. Finde ich.
Wenn du findest, du brauchst zwei von dem-und-dem, dann behältst halt zwei, sortierst aber den dritten und vierten aus.
Zum Weiterlesen
Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, empfehle ich dir diese weiteren Artikel für einen guten Aussortier-Start:
- Ausmisten – wie fange ich an? Fünf megawichtige Tipps gegen Stress und Überforderung beim Aussortieren
- Keine Zeit zum Ausmisten und Aussortieren? 11 Wege, wie du doch im Alltag Zeit dafür findest
- Deine Kinder und dein/e Partner/in haben zu viel Kram? So startest du das Ausmisten mit Familie
- Ausmisten und Aussortieren fällt schwer? Der Besitztumseffekt (Endowment Effect) und wie du ihn austrickst
- „Ich kann das nicht wegwerfen“ – meine 3 besten Tipps für dieses Problem
Mach dir keinen Stress
Ja, Aussortieren kann schwierig sein und es gibt auch viele Stolpersteine.
Vielleicht sind es aber auch genau diese, die es uns ermöglichen, bestimmte Themen anzuschauen, die wir so mit uns herumtragen und die sich zeigen, wenn es ums Loslassen geht. Und uns damit letztlich etwas Gutes zu tun und uns weiterzuentwickeln. Jeder Stolperstein kann ja letztlich auch ein Trittstein sein!
Also, geh in deinem eigenen Tempo. Ich hoffe, ich kann dir mit meinem Blog eine Hilfe sein.
Vielleicht interessierst du dich ja auch für meine kostenlosen Angebote:
- E-Mail-Kurs „Kram-Schranke“ – lass nicht mehr so viel neuen Kram ins Haus
- Checkliste „Endlich ausmisten“ – fürs Aussortieren in jedem Raum
- Dein „Loswerde-Plan“ – um endlich den Loswerde-Berg zu besiegen
Danke für deine Aufmerksamkeit und viel Spaß beim Starten!
Deine Birte
PS: Dieser Artikel entstand mal wieder in der Blognacht mit Anna Koschinski. Danke, liebe Anna!
PSPS: Ja, ich weiß man klettert nicht in Latschen oder Turnschuhen. Das auf dem Bild ist eine Mini-Kletterwand in einem Museum, in dem wir mal waren – sie war extra zum spontanen Klettern mit egal welchem Schuhwerk dort.
Danke.





Liebe Birte,
das sind ja eine Menge Tipps auf einmal.
Der erste mit dem Müll einsammeln holt mich ab. Das war schon als Kind meine Strategie, die ich auch meinen Kindern mitgegeben habe.
Erstmal Müll einsammeln, dann Geschirr und Flaschen.
Und danach wird es schwierig, auch in deinem Beitrag.
Zeitschriften? Aber die lese ich gerade tatsächlich alle, habe dafür endlich eine Strategie gefunden. Und dann könnte man die ja nochmal zum nachlesen … (okay an dem Satz könnte ich nochmal ran.)
Bücherregal??? Da habe ich beinahe aufgehört zu lesen. Nein. Sortieren, ja, 10 aussortieren? Nein.
Hab dann weiter gelesen, das mit der Oberfläche gefällt mir.
Bis zur nächsten Blognacht liebe Birte!
Herzlichst
Stephanie
Liebe Stephanie – danke fürs Lesen und deinen Kommentar! Schön, dass der eine oder andere Tipp dich anspricht. Und ebenso danke sage ich für die Rückmeldung, dass du fast ausgestiegen wärst bei den Büchern… natürlich ist nicht jeder Tipp für jede:n passend. Das habe ich gleich nochmal oben im Artikel ergänzt dank deiner wertvollen Antwort. Bis zur nächsten Blognacht – ich hoffe ich hab Zeit. Bis dann!