Keine Zeit zum Ausmisten und Aussortieren? 11 Wege, wie du doch im Alltag Zeit dafür findest

Ich höre oft: „Ich will mal ausmisten, aber ich habe einfach keine Zeit dazu!“ Daher habe ich dir in diesem Artikel meine liebsten 11 Tipps zusammengestellt, wie du auch in deinem Alltag das Thema Ausmisten/ Aussortieren unterbringen kannst. Damit es auch für dich endlich losgehen kann! Ein komplett neues Lebensgefühl wartet am Ende der Reise auf dich, los geht’s!

Zeit haben ohne Zeit zu haben

Wichtig vorab: Ruf dir nochmal in Erinnerung, dass „Sich Zeit nehmen“ zu ganz großen Teilen mit Prioritäten zu tun hat.

Wenn du erstmal für dich festgelegt hast, dass Aussortieren und Ausmisten für dich jetzt wichtig sind, dann kannst du das „Geht nicht“, was uns allen so schnell von der Zunge flutscht, hinterfragen und neu definieren. Du findest dann mehr Lösungen, als du dir vorher gedacht hättest.

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Projekttag „Ausmisten/ Aussortieren“

Sich mehrere Stunden, ein ganzes Wochenende oder gar eine ganze Woche oder länger am Stück freizumachen, um mal so richtig groß auszusortieren: Davon träumen wohl alle Aussortier-Interessierten. Dass das „nicht geht“, darüber sind wir uns auch oft einig (vor allem mit uns selbst).

Wenn du gerne mal so einen Projekt-Tag oder Projekt-Halbtag oder eine Projekt-Woche einlegen würdest, dann prüf doch mal ganz, ganz ehrlich, ob das wirklich „nicht geht“.

  • Vielleicht kann ja doch der Partner/die Partnerin, auch wenn er/sie vielleicht sonst nicht hauptsächlich oder mit großer Freude die Kinder allein betreut, mal ein paar Stunden mit ihnen weg sein, einen Ausflug machen oder einen Besuch bei Verwandten oder Freunden ohne dich?
  • Oder er/sie kann das Ganze auf einen Tag oder sogar ein ganzes Wochenende ausdehnen?
  • Oder vielleicht können die Kinder allein zu Oma und Opa? Oder zu Freunden?
  • Oder mal dort übernachten? Es kommt ja sehr darauf an, wie alt sie sind.

Ausmisten und Aussortieren in Happen und Häppchen

Kommt das große Ausmisten/Aussortieren an einem Stück für dich nicht so in Frage, kannst du auch in kleinen Einheiten arbeiten, die im ganz normalen Alltag funktionieren.

Klar, du kannst dich, wenn du mit deinen Kleinkindern zuhause bist, nicht hinsetzen und ein paar Stunden in Ruhe irgendwelche Dinge durchsehen. (Zumindest nicht, wenn du die Sache mit heilem Nervenkostüm durchstehen und irgendein sinnvolles Ergebnis sehen willst, ich kenn das.) Es muss dann wirklich um kleinere Häppchen gehen – oder andere Zeitpunkte.

Hier die Tipps für Ausmisten und Aussortieren in Happen und Häppchen:

Laufend aussortieren nebenbei

Du kannst laufend in deinem Alltag alle Dinge, die dir begegnen, die du aber nicht mehr brauchst, aussortieren. Mit dauerhaftem Scannerblick für alles, was weg kann, findest du garantiert jede Menge Kram, den du jeweils sofort ausmisten kannst.

Diese Dinge kommen dann sofort in den Müll, wenn sie dafür bestimmt sind. Oder auf deinen Spendenstapel. Oder deinen Verkaufen-Stapel.

Du kannst auch in jedem Zimmer eine Miste-Kiste positionieren, in die du aussortierten Kram schnell fallenlassen kannst. So musst du nur in größeren Abständen diesen Kram auf deinen Spenden- und deinen Verkaufen-Stapel verteilen.

Ausmisten statt Fernsehen und Co.

Du siehst gern (jeden Abend) fern? Oder scrollst durch dein Handy? Oder liest ein Buch?

Großartig! Hier liegt Potenzial: Ersetze diese Tätigkeiten jetzt durch Aussortieren. Was meinst du was du in diesen Stunden alles schaffen kannst!

Wenn es dir zu viel vorkommt, das jeden Abend zu machen (und das könnte ich mal so voll verstehen!), dann such dir doch eine Anzahl Wochentage heraus und mach das an diesen Abenden. Immer Montag und Mittwoch. Oder so. Wie auch immer.

Ausmisten statt Hobby

Du hast ein Hobby, mit dem du Zeit verbringst?

Das kannst du auch (zeitweise, siehe oben) herunterpriorisieren und die Zeit stattdessen mit Aussortieren verbringen.

Natürlich reden wir hier von einem vorübergehenden Zustand! Dein Hobby sollst du nicht fürs Ausmisten oder Aussortieren aufgeben (wenn es dir ein Herzenshobby ist. Sonst schon.)

Ausmisten als Teil des Haushalts

Wenn du jemand bist, der für die Haushaltsführung ein gewisses System hat, kannst du das Aussortieren in realistischen Portiönchen in dieses Haushaltssystem einbauen.

Ich zum Beispiel bin fürs Putzen ein Zonen-Fan und bin jede Woche in einem anderen Bereich unseres Zuhauses unterwegs. Da kann ich dann auch mal schauen, ob es nicht irgendwo 15 Minuten lang etwas auszusortieren gibt und stattdessen beziehe ich an dem Tag nicht die Betten neu.

Ausmisten im Mittagsschlaf

Deine Kinder machen noch ein Mittagsschläfchen? Vielleicht hast du ja tatsächlich einen Zeitraum pro Tag, in dem alle Kindelein schlafen. Dann kannst du in der Zeit ausmisten.

Wie mit dem Fernsehen am Abend gilt auch hier: Es muss ja nicht gleich jeden Tag sein.

Ausmisten, wenn die Kinder fernsehen

Werde ich jetzt hier wirklich vorschlagen, die Kinder mal vor den Fernseher zu setzen?

Ja, das mach ich echt! Natürlich entsprechendes Alter vorausgesetzt.

Sie wollen doch eh gern mal fernsehen (wahrscheinlich, ansonsten bitte ich dringend um Nachricht wie du das gemacht hast). Und wenn es für dich kein absolutes No-Go ist, sie mal fernsehen zu lassen, kannst du doch die Zeit für dich nutzen – und für deine derzeitige Priorität, nämlich das Ausmisten und Aussortieren. Wie wir wissen, hast du dann aber so was von definitiv deine Ruhe.

Ausmisten mit Baby und Kleinkind

In einem gewissen kleinen Rahmen kannst du gewisse Dinge vielleicht sogar aussortieren, wenn Baby/ Kleinkind dabei ist. Es muss natürlich ungefährlicher Kram sein, so dass die Kids darin herumkrabbeln und damit spielen können.

Hier ist es ganz besonders wichtig, dass du dir eine echt, echt kleine Portion vornimmst, um nicht durchzudrehen.

Jeden Tag X Minuten

Traust du dir zu, dir eine neue Gewohnheit anzutrainieren? Das ist zwar theoretisch kein Hexenwerk, fällt aber doch den meisten von uns schon schwer.

Super wäre es zum Beispiel, wenn du jeden Tag einen festgelegten Zeitraum (zum Beispiel 15 Minuten) in deinen Alltag einbauen würdest.

Wenn du dranbleibst und gewisse Lehren aus dem Gewohnheitstraining berücksichtigst, wird das sogar irgendwann automatisch.

Ausmisten früh oder spät

Du kannst die benötigte Zeit auch aus deinem Nachtschlaf holen.

Klingt krass, meint aber nur, dass du entweder morgens ein bisschen (!) früher aufstehen kannst oder abends später ins Bett gehen. Und die so zusätzliche Wachzeit mit Aussortieren verbringst. Da kommt einiges zusammen. Achte dabei aber natürlich auf deine Gesundheit, genug Schlaf ist megawichtig.

Challenges und Spiele

Du kannst auch an Ausmist-Challenges, Aussortier-Spielen und Co mitmachen. Diese Methode ist besonders gut geeignet, um deine Kinder mit einzubeziehen. Ein paar Beispiele:

  • Das 30-Tage-Minimalismus-Spiel (30 Day Minimalism Game): Starte am Monatsersten. An dem Tag sortierst du einen Gegenstand aus. Am nächsten Tag zwei. Am dritten des Monats drei. Und so weiter. Am letzten Tag 31. Das summiert sich auf fast 500 (!) Teile in einem Monat. Als Startversion empfehle ich, das nicht pro Person, sondern für die Familie zu rechnen. So könnt ihr zusammen auf die Jagd nach Kandidaten für die Tonne/ Spendenbox gehen. (Inspiriert von theminimalists.com, dort wird es als Wettbewerb gespielt und es gibt genauere Regeln. Du kannst dir aber natürlich auch eigene Regeln machen!)
  • Umgekehrter Adventskalender: Vor Weihnachten sortiert ihr jeden Tag eine aussortierte, noch gut gebrauchsfähige und intakte Sache aus, legt sie in eine Kiste und spendet diese, wenn ihr die 24 Tage durch habt, anschließend an eine geeignete Stelle. Natürlich geht das auch ohne Weihnachten! Dann ist es im Grunde wie das Spiel oben, aber eben mit einer Sache pro Tag.

Im Internet findest du viele weitere Ideen zum Suchbegriff „Ausmisten Challenge“.

Ich gebe dir aber den Tipp, vorab einzuschätzen, ob die jeweilige Idee zu deinen zeitlichen Vorstellungen passt. Viele Challenges wirken auf mich nicht so recht an den wuseligen Alltag von uns Eltern angepasst. Beispielsweise findet man 30-Tage-Challenges, die so gedacht sind, dass du jeden Tag eine Sachenkategorie (z.B. Schuhe, Bücher, Dokumente etc.) aussortieren sollst und am Ende der 30 Tage mit allem fertig bist. Das ist sehr, sehr viel verlangt und riecht für mich eher nach „einen Monat Urlaub nehmen und die Kinder aufs Land verfrachten“.

Ganz wichtig bei allen Methoden

Je weniger Zeit du am Stück freimachst, desto mehr solltest du darauf achten, in kleinen Häppchen zu arbeiten.

Gerade wenn das eigentliche Durch- und Aussortieren gemacht ist, wartet leider immer noch ein Sträußchen Tätigkeiten: Schrank säubern, „Behaltlinge“ wieder ein- oder an ihren neuen Ort räumen, Müll entsorgen, Spenden-/ Verkaufskandidaten wegräumen, restliche Fussel und Co beseitigen.

Plane das gleich mit ein, um den Frust zu vermeiden, der entsteht, wenn du am Ende deines Zeitraums noch mit den Füßen im Chaos stehst.

Noch ein Mutmacher

Vielleicht hast du jetzt den Eindruck, dass du mit diesen Methoden nicht schnell genug vorankommst?

Klar, es sind bei manchen Ideen jeweils nur einige Minuten, in denen du entsprechend wenig „schaffen“ wirst.

Aber das Wichtigste ist, dass du anfängst!

Und wenn es dir geht wie mir, findest du die Ergebnisse so gut, dass es dir bald nicht mehr schwer fallen wird, noch irgendwo ein paar zusätzliche Minuten herzukriegen. Weil es solchen Spaß macht, das Ergebnis zu sehen!

Und so verstärkt sich der ganze Schwung mehr und mehr selbst.

Dein nächster Schritt

Und nun? Ich schlage vor, du suchst dir eine der vorgeschlagenen Tricks aus und startest! Denk dran, das Wichtigste ist, anzufangen.

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Du schaffst das! Hab megaviel Spaß und Erfolgserlebnisse!

Ich danke dir für deine wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit!

Deine Birte

PS:
Du möchtest erstmal nachlesen was Minimalismus eigentlich ist? Hier mein Artikel dazu.
Und warum Minimalismus? Lies die 37 besten Gründe hier.

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay

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