Auf dem Boden schlafen: Meine Erfahrungen (Tag 1-10)

Ich bin mitten in meinem doch einigermaßen verrückten Experiment: Auf dem Boden schlafen statt im Bett. Und ich sag dir: Spannend ist es auf jeden Fall! Hier kommen meine Erfahrungen zu Tag 1 bis 10. Oder besser: Nacht 1 bis 10!

Wenn du dich fragst, warum zur Hölle ich überhaupt auf dem Boden schlafe, dann lies zuerst hier weiter:

Lesetipp: Auf dem Boden schlafen – mein Experiment. Wieso, weshalb, warum?

Tag 1-10: Mein Bodenbett

Erstmal Klartext: So sah mein Bett aus in den Nächten 1-10. Versuchsaufbau sozusagen.

Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich nicht direkt auf dem nackten Holzboden schlafen würde, sondern immer noch irgendeine Art von Polster benutzen würde. Und so sah das Ganze dann in den ersten zehn Nächten aus:

  • Yogamatte (auch hilfreich um Kondenswasser vom Holzboden fernzuhalten)
  • Schaumstoff-Klappmatratze (7 cm dick)
  • Bettlaken, Bettdecke und Kopfkissen
  • kleines 40×40 cm Kniekissen (danach bin ich schon seit Jahren süchtig)
Bodenbett 1-10
Bodenbett Aufbau
Meine Bodenmatratze

„Aaaaaach!“, denkst du vielleicht. „Das ist ja eine Matratze! Dann schläft sie ja gar nicht auf dem Boden und schwingt hier so große Reden.“

Oder:

„Aaaaach, da schlaf ich ja in jedem Zelturlaub härter!“

Ja, alles richtig. Ich habe mich für den „sanften“ Einstieg entschieden. Aber lass dir gesagt sein – es ist trotzdem ein hiiiiiiiimmelweiter Unterschied zu meiner normalen Matratze (plus Lattenrost). Zumindest für mich. Ich eingerostete Schabracke.

Ich hab nämlich bisher eine ziemlich fluffige Matratze. Und hätte – zumindest bisher – geschworen, niiiiie mehr auf einer Isomatte schlafen zu können (daher auch kein Zelturlaub) und auf einer dünnen Klappmatratze auch nur unter Protest – und mit Rückenschmerzen.

Also. Mein erstes Bodenbett ist eine 7 cm Schaumstoff-Klappmatratze.

Ich schlafe im Wohnzimmer. (Eigentlich wir, denn mein lieber Mann hat spaßeshalber ein paar Nächte mitgemacht, wurde ihm dann aber doch zu unbequem.) Im Schlafzimmer ist es ziemlich kühl, besonders auf dem Boden, das wollte ich mir mal für das fortgeschrittene Stadium aufsparen.

Die erste Nacht auf dem Boden schlafen. Erfahrung: Uuuuh.

Liegezeit: 8 Stunden

Die erste Nacht war…. schon irgendwie autsch. AUTSCH!

Ich hab auf dieser Matratze gelegen, die doch so dünn ist, dass sie ziemlich gut die Härte des Bodens (ob nun mit Yogamatte oder ohne) durchlässt, und es war echt unbequem.

ECHT unbequem.

Es war hart und drückte an den Stellen, an denen der Körper auflag. Ich bin total oft aufgewacht, um mich umzudrehen.

Deswegen weiß ich auch genau, dass ich meistens auf der Seite gelegen habe (ist halt mein Favorit). Und nur selten auf dem Rücken oder dem Bauch.

Im Morgen hab ich mich doch irgendwie gerädert gefühlt. Einerseits wegen des Salami-Schlafs (unser Wort für häufig unterbrochenen Nachtschlaf). Andererseits zippte und ziepte es schon hier und da.

Immerhin hatte ich nicht die Druckstellen z.B. an der Hüfte, mit denen ich gerechnet hätte. Seitenschlaf und so. Leichte Rückenschmerzen hatte ich zwar. Aber die habe ich auch, wenn ich aus meinem Bett aufstehe. (Und ja, da liegt es an meiner durchgelegenen Matratze.)

Aber: Schon einige Minuten nach dem Aufstehen waren die Zipperlein weg.

Trotzdem alles in allem: Keine. Gute. Nacht.

Das war zum Glück zu erwarten. Deckt sich nämlich mit ALLEN Berichten, die ich dazu bisher eingeatmet habe.

Also weiter im Experiment!

Die zweite Nacht auf dem Boden schlafen. Erfahrung: Naaaaja.

Liegezeit: 10 Stunden

Also echt, das war auch nicht viel besser als in der ersten Nacht.

Eine kleine Verbesserung gab es allerdings: Beim Hinlegen am Abend hatte ich nicht ganz so ein großes Unbequem-Gefühl wie gestern.

Trotzdem bin ich oft wegen der (immer noch ziemlich großen) Unbequemlichkeit aufgewacht.

In Rückenlage, die ich einige Male ausprobiert habe, tat mir nach einiger Zeit der untere Rücken weh. Das ist aber auch in meinem Bett so. Hohlkreuz.

Daher (so nehme ich an) habe ich wieder hauptsächlich auf der Seite geschlafen. Was mir erneut nicht die erwarteten Druckstellen beschert hat. Ging ganz gut!

Leichte Rückenschmerzen, dieses Mal auch im oberen Rücken, haben sich vor dem Aufstehen gezeigt. Aber sich nach dem Aufstehen wiederum sehr schnell gegeben.

Ich darf auch nicht vergessen, dass ich in dieser Nacht zwei Stunden länger da lag. Ein großer Unterschied, wenn du mich jetzt fragst.

(Und wenn du mich dann noch fragst, wie ich zehn Stunden schlafen kann, sage ich: „Wir haben Ferien!“)

Die Nächte Nr. 3 bis 6 auf dem Boden schlafen. Erfahrung: Es wird Schritt für Schritt besser!

Liegezeit: Ca. 10 Stunden (außer Nacht Nr. 6, da waren es 7 Stunden)

In den folgenden Nächte bin ich tatsächlich immer seltener aufgewacht, um mich bewusst umzudrehen. Bis ich schließlich in der sechsten Nacht nur noch zwei oder drei Mal wach war. Yey!

Mich abends in das Bodenbett zu legen, war angenehm. Es sah gemütlich aus und fühlte sich auch so an.

Ich habe auch öfter auf dem Rücken geschlafen. Das freut mich, weil das für die Ausrichtung des Rückens während der Nacht förderlich sein soll. (Jaaa, das ist Halbwissen. Ich bin keine Expertin. Aber ich finde es klingt logisch. Siehe Warum-Artikel.)

Und weil ich ja mit dem Liegen auf dem Rücken Probleme hatte. Und jetzt hab ich sogar zum Teil erst beim Aufwachen festgestellt, dass ich mich auf den Rücken gedreht hatte, ohne es zu merken. Cool!

Für die Knie nutze ich in Rückenlage (wenn ich sie denn aktiv anpeile) jetzt zwei kleine Sofakissen, um den unteren Rücken zu entlasten. Für den Kopf bin ich in Rückenlage von meinem normalen Kissen zu einem kleinen Sofakissen gewechselt.

Bauchlagen-Fan bin ich immer noch nicht. Hab’s mal ausprobiert, fand es aber mega-unbequem. Vor allem im unteren Rücken und im Nacken. Aber wer weiß. Immer mal wieder probieren.

Probleme mit dem Rücken habe ich eigentlich vor allem dann gehabt, wenn ich nach dem Aufwachen (welches schmerzfrei war) dann noch liegen geblieben bin oder mich morgens nochmal hingelegt habe. Wie man das halt so macht (zumindest wenn man ausschlafen kann so wie ich im Moment). Das war dann aber wieder viel unbequemer als vorher.

Interessant, oder? Auch irgendwie unpraktisch, wenn man schon mal ausschlafen kann, aber man kann ja aufs Sofa umziehen…

Alles in allem waren die Nächte Nr. 3-6 immer besser. Echt faszinierend!

Siebte bis zehnte Nacht auf dem Boden schlafen. Erfahrung: Jawoll!!!

Liegezeit: 7-9 Stunden

Es ist doch krass: Es stimmt tatsächlich! Der Körper gewöhnt sich an diese härtere Unterlage.

Es fühlte sich nicht mehr unbequem an. In diesen Nächten bin ich höchstens 2 Mal aufgewacht.

Die Rückenlage hat sich anscheinend von allein beliebt gemacht. Immer öfter bin ich einfach auf dem Rücken aufgewacht. Da benutze ich jetzt immer noch das kleine Kopfkissen.

Spätestens ab der achten Nacht würde ich sagen: Ich habe super geschlafen! Kaum aufgewacht, morgens topp gefühlt!

Ganz ehrlich: Ich hab mich besser gefühlt als nach einer Nacht in meinem Bett! (Soll aber kein Betten-Bashing sein. Meine Matratze ist ja schließlich hinüber. Der Vergleich hinkt also.)

Nur wenn ich mal viel zu lange liege oder mich morgens nochmal hinlege, melden sich die Muskeln im oberen Rücken. „Ey. Lass das ma.“ Das ist aber ein paar Minuten nach dem Aufstehen weg.

Ich hatte mir sogar an Tag 8 (tagsüber!) eine Verspannung im oberen Rücken eingefangen. Schief auf dem Sofa gesessen oder so, was weiß ich. Hab ich manchmal. Die hat mich dann tagsüber geärgert, auch noch am Folgetag. Aber morgens – nach meiner Nacht auf dem Boden – war davon jeweils nichts zu spüren! Also, ich find’s cool.

Zwischenstand: Meine wichtigsten Erfahrungen bisher

Der Körper kann es echt

Es ist doch ooooooooberfaszinierend. Zehn Nächte – und schon ist es für mich völlig ok, sogar gemütlich, auf dieser dünnen Matratze zu schlafen!

Das hätte ich vorher echt nicht gedacht. Hab es ja nur probiert, weil ich darüber gelesen hatte! Sonst hatte ich diese Matratze immer nur mal im absoluten Notfall benutzt und dann in dem Wissen, dass ich eine grauenhafte Nacht haben würde. Wer hätte geahnt, dass es auf die Anzahl der Nächte ankommt!

Bodenbett (nur) als Schlafbett

Für mich funktioniert vor allem der Boden-SCHLAF.

Abends hinlegen, wenn es in den Schlaf gehen soll. Nicht zum gemütlichen Liegen-und-Lesen.

Ebenso morgens: Das Gemütlich-nochmal-einkuscheln-vor-dem-Aufstehen klappt für mich nicht. Geht schon. Ist aber dann plötzlich unbequem!

Lustig, oder? Als sei der Körper im Schlaf besser darin, es sich bequem zu machen, als wenn er wach ist. Ich finde sowas mega-interessant und bin spätestens jetzt froh, dieses Experiment gestartet zu haben.

Also: Mein Bodenbett ist zum Schlafen da. Was ja eigentlich auch gar nicht so schlecht ist. Schließlich sagen doch die Tipps für guten Nachtschlaf, dass man das Bett idealerweise ausschließlich dafür benutzt. (Neeein, in Gespräche über noch EINE andere Sache steige ich jetzt nicht ein.)

Kissen-Alarm

Im Moment ideal für mich sind so einige Kissen, um mir meine Position zurecht zu bauen. Für die Knie zwei in Rückenlage, eins in Seitenlage. Für den Kopf ein kleines in Rückenlage, zwei kleine (oder ein großes) in Seitenlage.

Klingt kompliziert! Und ist es auch irgendwie, denn schließlich muss ich das ja nachts auch alles zurechtfummeln. Aber überraschenderweise nervt mich das gar nicht, geht total schnell und manchmal sogar im Schlaf (wortwörtlich!).

Und wenn ich erstmal penne, wechsel ich dann halt doch nicht irgendwelche Kissen aus, sondern ratze weiter wie es sich halt so ergibt. Und das geht dann auch und ich merke es erst beim Aufwachen.

(Außerdem hängt das nicht unbedingt am Bodenbett. Ein Kniekissen benutze ich eh immer. In meinem normalen Bett habe ich halt so gut wie nie auf dem Rücken geschlafen.)

Und jetzt? Schlafe ich weiter auf dem Boden?

Ja klar, es geht weiter!

Die ersten Erfahrungen sind gemacht, aber das Experiment hat noch eine zweite Stufe.

Und dafür steige ich endlich von meiner „dicken“ Matratze ab und lege mich auf eine Kombi aus zwei Yogamatten und ein paar übereinandergelegten Decken.

Geplante Versuchsdauer: Ebenfalls zehn Tage. Natürlich gibt es dazu auch einen Erfahrungsbericht. (Im Newsletter erfährst du es dann gleich.)

Und? Auch schon mal darüber nachgedacht, auf dem Boden zu schlafen? Also, bisher kann ich es nur empfehlen, wie du siehst.

Oder hast du da vielleicht schon Erfahrungen damit gemacht? Schreib sie doch mal in den Kommentar, würde mich brennend interessieren!

Deine Birte

PS: Bild mit Kissen via canva.com

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