Aussortierte Sachen an Freunde, Verwandte und Bekannte verschenken? Warum das nicht immer gut ist und was du stattdessen tun kannst

Freust du dich auch so, wenn du aussortierte Sachen noch an Freunde, Verwandte und Bekannte verschenken kannst? Es ist ein gutes Gefühl, damit jemandem noch eine Freude zu machen, oder? Aber Achtung: Oft sind solche Geschenke eigentlich für den oder die Beschenkte/n gar nicht so toll. Hier erfährst du, warum. Und was du tun kannst, damit du diesen Menschen, den du etwas Gutes tun willst, wirklich ein Geschenk machst.

Aussortiert, yey!

Du hast aussortiert – Bücher, Kleidung, Küchenutensilien, was auch immer. Erstmal Glückwunsch! Schulterklopfen nicht vergessen!

Und schon denkst du dir: „Hey, das könnte doch bestimmt Freundin X noch gebrauchen!“ Und ehe du noch weiterdenken kannst, hast du dich auch schon entschieden, die Sachen an X zu verschenken. Oder ihr das zumindest anzubieten.

Das ist doch bestimmt für alle eine gute Lösung, oder? Du hast die Sachen nicht mehr, und X freut sich über ein paar neue Bücher. Und tatsächlich, sie nimmt dir (nach etwas Überlegungszeit) auch echt viele ab. Klasse!

Oder?

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Willst du deine aussortierten Sachen an Freunde, Bekannte oder Verwandte verschenken?

Klar, die aussortierten Sachen müssen weg. Du kannst sie verkaufen, verschenken oder entsorgen. (Wie du dich zwischen diesen drei Möglichkeiten ganz leicht und schnell entscheidest: Dazu gibt es bald einen neuen Blogartikel.)

Mir ging es immer so, dass ich beim Aussortieren versucht war, die Sachen vor dem eigentlichen „Weggeben“ noch allen möglichen Freunden, Bekannten und Verwandten anzubieten, von denen ich mir vorstellen konnte (vielleicht auch nur vorstellen wollte…), dass sie Interesse haben. Vielleicht kennst du das ja auch.

Ich fand die Idee toll, dass die aussortierten Sachen jemandem, der mir wichtig war, noch Freude machen könnten.

Mittlerweile aber überlege ich ganz genau, ob ich die Sache auf diese Art verschenke oder ob ich es lieber nicht tue. Es passiert nicht mehr automatisch. Und ich würde sogar sagen:

Oft ist es keine gute Idee, aussortierte Sachen an Freunde, Verwandte und Bekannte zu verschenken.

Denn es gibt zwei Probleme dabei: Ein großes und ein etwas kleineres.

Das große Problem beim Sachen-Verschenken

Das große Problem:

Es tut der falschen Person gut.

Was meine ich damit?

Meistens kann der oder die Beschenkte mit der Sache nichts anfangen. (Einziger (seltener) Ausnahmefall: Wenn das „Geschenk“ zufällig zu einem Zeitpunkt kommt, wo der/diejenige sich das eh anschaffen wollte.)

Trotzdem sagen viele Menschen Ja zu solchen Angeboten. Oft aber nur aus einem der folgenden Gründe:

  • Weil er/sie den Gedanken nicht erträgt, dass die Sache „wegkommt“,
  • weil er/sie zu Geschenken nicht Nein sagen kann,
  • weil er/sie sowieso schlecht aussortieren kann und es deshalb nicht schafft, Nein zu sagen oder
  • weil er/sie nicht Nein sagen will aus Sorge, mich zu verletzen.

Die Sache wird deshalb meistens bei der/dem Beschenkten eine „Vielleicht-Irgendwann-Mal-Brauchen-Sache“. VIMBS sozusagen. Ganz fies. Das sind doch die Sachen, die all unsere Zuhauses besonders gemein zukrempeln! Und die so schwer auszusortieren sind!

Der/die „Beschenkte“ hat nun ein Problem mehr – das Stehrumchen im Keller, alle Verpflichtungen, die es mit sich bringt, und die späteren Mühen, wenn es wiederum ans Ausmisten geht (weil irgendwann doch eingesickert ist, dass es Quatsch war, das Ding zu nehmen).

Durch das Verschenken bürde ich einfach nur die Entscheidung zum „Weggeben“ dem/der „Beschenkten“ auf. Ich schiebe sozusagen die A-Karte rüber!

Für mich selbst ist das hingegen der einfachste Weg. Sachen weggeben ist oft schwer. Indem ich sie an Freunde, Verwandte oder Bekannte verschenke, drücke ich mich davor, die Sache wirklich richtig wegzugeben. Stattdessen rede ich mir ein, dass ich mit dem Weitergeben noch etwas Gutes tue. So fällt der Abschied leichter. (Aber auf Kosten der Menschen, die ich eigentlich froh machen will.)

Es ist also nicht ok

Es ist also nicht ok, die Sachen jemandem ungefragt zum „Geschenk“ zu machen. Weil du ihm/ihr damit kein Geschenk machst. Jedenfalls kein gutes.

Jetzt höre ich förmlich deinen Einwand. Und ja, ich stimme zu, das gibt es bestimmt auch: Die Freundin X, die Sache Y wirklich noch gut gebrauchen könnte. Vielleicht sucht sie sowas gerade. Oder hat echt wenig Geld und braucht sowas dringend. Dann wäre es ja blöd, ihr das nicht zu geben!

Ja, das gibt es natürlich. Manchmal. Und Freundin X freut sich vielleicht wirklich sehr und kann das gut gebrauchen.

Und wie findest du nun raus, was du wann wem schenken kannst und was wann wem nicht?

Was tun? Deine Checkliste

Was tun? Hier mein Weg für die Entscheidung, ob ich meine aussortierten Sachen Freunden, Verwandten und/oder Bekannten anbiete. Nur wenn ich alle Punkte auf der folgenden Checkliste abhaken kann, verschenkte ich aussortierte Sachen an Freunde, Verwandte oder Bekannte verschenken.

Checkliste: Wann Sachen an Freunde, Verwandte oder Bekannte verschenken?

Du kennst die Person gut genug und bist sicher, dass sie kein (wirklich gar kein!) Problem mit dem Neinsagen, dem Loslassen und dem Aussortieren hat.

Du denkst wirklich (!), dass sie die Sache jetzt (!) wirklich (!) gut (!) gebrauchen könnte. Ganz ehrlich.

Du fragst, ob sie (wirklich!) Interesse hat.

Du sagst ganz, ganz klar (!) dazu, dass sie auch sehr gerne (!) Nein sagen kann, weil du sie nicht mit Dingen belasten willst, die sie gar nicht braucht.

Nur, wenn du alle, wirklich alle Punkte abhaken kannst, biete die Sache an.

Sonst nicht. Dann musst du die Sachen anders loswerden. Klingt hart, ist aber so.

(Natürlich liefere ich dir dafür Tipps und Anleitungen, du musst da nicht alleine durch. Komm doch einfach in den Newsletter, dann verpasst du keinen neuen Artikel.)

Aber das fühlt sich nicht gut an?

Ja, das ist schwer. Denn es fühlt sich besser für uns an, wenn wir uns einreden können, dass die aussortierte Sache bei einem Freund oder einer Verwandten im Einsatz ist. Das ist viel, viel leichter als sich richtig echt und für immer von der Sache zu verabschieden.

Tipp 1

Mach dir klar, dass Aussortieren schwierig ist. Sei nachsichtig mit dir. Sieh ein, dass das Verschenken an Freunde, Verwandte und Bekannte eventuell dein Versuch ist, dich nicht ganz so krass endgültig von der Sache trennen zu müssen. Und schimpf trotzdem nicht mit dir.

Tipp 2

Aber mach dir auch klar: Du willst die Menschen, die dir etwas bedeuten, ja nicht belasten. Sie sollen doch nicht darunter leiden, dass du es nicht schaffst, dich von deinen Sachen zu trennen. (Oder zu faul zum anderweitigen Weggeben bist, auch das habe ich bei mir leider schon entdeckt…)

Mutmacher

Habe ich dir jetzt eine tolle Möglichkeit geklaut, deine Sachen mit gutem Gewissen schnell loszuwerden? Schon irgendwie. Aber dafür schicke ich dir einen Mutmacher hinterher:

Sieh es als deine Stärke, zu deinen aussortierten Sachen zu stehen. Sie sind für andere Menschen nicht automatisch ein Segen. Es sind deine Sachen, damit hast du auch die Verantwortung beim Aussortieren. Du bist stark, wenn du diese Verantwortung wahrnimmst.

Außerdem tust du deinen Freunden, Bekannten und Verwandten so einen riesigen Gefallen! Und wenn sie dir wichtig sind, dann ist es dir sicher auch wichtig, sie nicht zu belasten. Du hilfst ihnen durch das Nicht-Geschenk und du wirst dich gut damit fühlen!

Du schaffst das!

Belaste deine Freundinnen und Freunde nicht mit deinen Sachen

Und da ist noch das kleinere Problem

Außerdem ist da noch das kleinere Problem: Auch das Verschenken von Sachen ist nicht unbedingt immer eine schnelle Lösung. Vielleicht siehst du Freundin X erst wieder in ein paar Wochen, oder sie wohnt weit weg, oder Bekannter Y muss erstmal drüber nachdenken oder Kollege Z will gern mal durch die Bücher schauen, hat aber gerade keine Zeit und kommt vielleicht in ein paar Tagen mal vorbei.

Das ist vielleicht für dich wirklich eher ein kleines Problem. Aber wenn du dir klarmachst, dass die Zeitersparnis gar nicht so groß ist, fällt es dir vielleicht leichter, vom Verschenken abzusehen, wenn die Checkliste Nein sagt.

Was kannst du stattdessen tun?

Wenn es nicht in Frage kommt, deine Sachen an deine Freunde, Verwandte oder Bekannte zu verschenken, bleiben dir die anderen Möglichkeiten, Sachen loszuwerden: Verkaufen, verschenken an Unbekannte, spenden oder entsorgen. Zu diesen Möglichkeiten gibt es bald einen eigenen Blogartikel. Bleib dran!

Deine nächsten Schritte

Willst du gerade Sachen verschenken? Dann geh doch vorher die Checkliste oben durch und freue dich, dass du deinen Lieben keine Belastung aufdrückst, indem du ihnen deine Sachen schenkst.

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Lies weiter im Blog, zum Beispiel diese Artikel:

Ich danke dir für deine wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit.

Deine Birte

PS: Bildnachweis:

  • Bild vom Freund mit einem Kistenturm: Von „skeeze“ auf Pixabay.
  • Bild der Freundinnnen: Von StockSnap auf Pixabay.

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