Was mir wirklich wichtig ist – aus Kopf und Herz direkt in den Blog

Was mir wirklich wichtig ist – diesen Impuls habe ich heute von Anna Koschinski in der Blognacht bekommen. Erst wollte ich wegrennen. Aber dann war ich mutig und hab mich damit beschäftigt.

Was mir wirklich wichtig ist

„Au weia“, dachte ich als allererstes, „das ist aber ein großes Thema.“ Das ist ja Minimalismus in einem Satz! Und alle Fragen, die uns beim Minimalisieren, Aussortieren und Konzentrieren auf das Wesentliche begegnen, die stecken da auch drin.

„Das Thema ist so groß, das kann ich nicht in einen Artikel packen“,

das war mein zweiter Gedanke. Schließlich handelt eigentlich mein kompletter Blog davon, jeder einzelne Artikel hat irgendwie damit zu tun und ich habe neben den 39 Artikeln die es bisher gibt noch gefühlte 1287 bisher ungeschrieben in meinem Kopf. Alles in einem Artikel? Nee, das geht nicht.

Aber ist es nicht auch Teil des Minimalismus, den „Dingen“ auf den Grund zu gehen?

Diesen ganzen „Gehtnichts“ und „Muss-Sos“ und „Warschonimmersos“? Genau nicht mehr Dinge zu haben und Sachen zu tun nur weil es schon immer so war, weil andere es auch so machen und weil es eben dazugehört? Und auch zu fragen, ob man es nicht mal anders machen kann?

Also ok, dann eben mal ehrlich sein und schauen, was noch so kommt. Beim Satz „Was mir wirklich wichtig ist“. Vielleicht muss ja gar nicht „alles in einen Artikel“. Vielleicht gibt es da was zu extrahieren, rauszusieben, runterzukochen, auszugraben, was wirklich der Kern ist.

Augen zu und losgetippt,

frei von Herz, Hirn und Seele weggeschrieben:

Was mir wirklich wichtig ist.

Die Geräusche der Doku, die mein lieber Mann nebenan schaut, dringen durch meine Kopfhörer. Es geht um die Erfindung der Atombombe, oh Gott. Ich versuche, das auszublenden und mich wirklich auf den Gedanken „Was mir wirklich wichtig ist“ einzulassen.

Ich bin Minimalismus-Bloggerin, ich sollte wissen was mir wirklich wichtig ist. Manchmal weiß ich das auch. Und manchmal nicht. Dann stelle ich fest, dass es sich auch mal ändert, schwierig rauszufinden ist und genau das auch Teil der Minimalismus-Reise sein kann. Weil ja – ich sage es immer wieder – das Wichtige unter all dem Unwichtigen versteckt ist.

Was ist mir denn nun wichtig? Komm zum Punkt, Birte.

Aber Mann, es drängen sich so viele Gedanken rein in den Kopf!

  • Wieso habe ich immer noch nicht mit meiner alten, seit Jahrzehnten unbespielten Geige Schluss gemacht?
  • Wieso ist der Fernseher so laut?
  • Hab ich noch andere Kopfhörer? Nee. Wären ja unnötig. Haha! Minimalistin! Mist. Naja, geht auch so. Muss.
  • Meine alten Studien-Karteikarten sind auch so ein Fall, an dem ich noch knabbere. Wieso eigentlich?
  • Naja, viele hundert andere Sachen bin ich schon los, da werden ein paar harte Nüsse erlaubt sein. Und überhaupt – erlaubt! Was heißt das schon? Wer erlaubt mir hier was? Na ich selbst, sonst keine.

Freewriting, das freie Schreiben, ist eigentlich total toll. Endlich mal alle Gedanken rauslassen. Aber will das dann auch jemand lesen? Oder klicken alle weg? Viele meiner bunten Hirninhalte haben ja mit dem Thema nichts zu tun. Ok, das muss ich dieses Mal aushalten. Dass manch eine:r wegklicken wird. Die anderen Artikel sind ja anders. Hilfreicher in einem praktischeren Sinn.

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Also, was ist mir wichtig, zurück auf die Themen-Spur. Mal aufzählen wie es im Kopf auftaucht, aber ehrlich.

Etwas für die Umwelt tun

Die Scheiß-Umweltzerstörung aufhalten. Auf der richtigen Seite stehen, die Probleme lösen statt sie zu vergrößern. Ja, das ist mir wichtig. Sehr, sehr wichtig. Für die Kinder, Enkel und Urenkel dieser Welt. Aber auch für die Fliegen und Schmetterlinge und Regenwürmer und Bienen und all die vielen anderen Tiere, denn die sehe ich heute mit viel liebevolleren Augen. Dank meinen Mädels, die noch nicht mal einem Mücklein etwas zuleide tun, sondern es vorsichtig nach draußen setzen wollen.

Auch dafür habe ich diesen Blog. Um Menschen zu zeigen, dass es sich mit Weniger gut leben lässt. Sogar viel, viel besser als mit Mehr. (Win-Win-Win!) Weil unter dem Mehr das wahre Leben wartet.

Und das ist automatisch umweltfreundlicher! Und gleichzeitig kein Verzicht! Genial!

Verzicht wollen ja viele nicht. Verzicht klingt nicht gut. Aber weniger ist eigentlich besser. Das sollen alle wissen! Dann können wir zusammen ein besseres Leben haben und auch noch umweltfreundlicher leben, die Welt besser machen. Für eine gute Zukunft.

Meine drei Mädels sind mir wichtig

Einen guten Start ins Leben sollen sie haben, eine tolle Kindheit, Spaß, Gesundheit und Zufriedenheit. Oh, Gesundheit, so wichtig! Und sie sollen sich trauen, mit ihren Problemen zu mir zu kommen. Mir so vertrauen, dass sie das tun.

Am wichtigsten aber: Sie sollen stark sein in dem Sinn, dass sie sich gut finden wie sie sind, sich da nicht reinreden lassen, ihre Probleme angehen und lösen (und um die Hilfe fragen die sie dafür brauchen) und ihrem Herzen folgen. Ihr Leben so leben, wie sie es wollen, nicht wie „man es halt so macht“. Auch dafür versuche ich ihnen den minimalistischen Lebensstil zu zeigen.

Freiheit

Noch gar nicht so lange ist mir klar, wie wichtig mir meine Freiheit ist. Freiheit, ein Wert, den ich gar nicht unbedingt aufgezählt hätte vor ein, zwei Jahren, wenn ich eine Liste meiner Werte hätte schreiben wollen.

Freiheit – das bedeutet ja nicht unbedingt rumreisen, keine Verantwortung für irgendwas haben, keine Bindung, keine Pflichten.

Es gibt ja auch die Freiheit im Alltag, die selbst in wuseligen Lebensphasen stattfinden kann. Die Freiheit im Kleinen – ins Bett gehen wann ich will (und dabei auch mal extrem unvernünftig laaaaange aufbleiben), bei einer abendlichen Verabredung nicht sagen müssen, wann ich nach Hause komme. Alleine entscheiden was ich koche – und die Familie isst es dann halt einfach. All das sieht aus wie komische Allüren – aber irgendwie ist es halt auch die Freiheit im Alltag.

Und Minimalismus ist auch Freiheit. Freiheit vom „wie man das halt so macht“. Freiheit vom Lauschen darauf, was die anderen sagen.

Welche DINGE sind mir wichtig?

Dinge, die mir oft wichtigen praktischen Nutzen leisten. Dinge, die mein Herz wirklich erfreuen. Dinge, die mir wunderbare Erinnerungen herbeirufen und keinerlei Dämpfer dazu. Dinge, die ich auf jeden Fall bald wichtig brauchen werde. Und manchmal ganz andere Dinge, und das erkenne ich dann erst, wenn es soweit ist.

Warum kann ich dann eigentlich – wenn das so einfach ist – noch immer nicht alles loslassen, was ich nicht mehr brauche? So als Minimalismus-Bloggerin ja eigentlich schräg!

Aber auch das ist wichtig: An Dingen hängen so viele Emotionen. Trauer um vergangene Zeiten, Angst vor dem Vergessen, Reue, Ärger über sich selbst, Angst vor Verlust von irgendwas – Geld? Und auch so viele Gefühle, die ich gar nicht benennen kann.

Besser als Un-Aussortierbares auf Biegen und Brechen in die Tonne zu treten finde ich es heute, mich damit zu beschäftigen, warum das so schwer ist. Das ist dann der bessere Weg zu einer runden und richtigen Entscheidung. Auch wenn es dann mal länger dauert.

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Bist du noch da?

Ich fänds aber schon auch schön, wenn du diesen Artikel zuende liest. Vielleicht sind ja doch ein paar gute Gedanken drin für dich. Daher schreibe ich nichts weiter auf, sonst wird’s zu lang. Auch wenn mir wohl noch mehr einfällt, was mir wichtig ist. (Bis ich irgendwann merken würde, dass ich vor lauter locker-flockigem Auflisten schon die Grenze zum Unwichtig überschritten habe.)

Und das ist ja auch im Minimalismus die Kunst – diese Grenze zu erkennen. Wo hört Wichtig auf und wo fängt Unwichtig an?

In der Hoffnung, dass dieses Herunterschreiben (mit nur leichtem nachträglichem Frisieren) nicht nur mir, sondern auch dir ein paar Erkenntnisse gebracht hat wünsche ich dir einen wunderwunderWUNDERschönen Tag.

Vielleicht magst du ja noch weiterlesen hier im Blog, denn da gibt es auch viele ganz praktische Tipps zum Finden des Wichtig unter all dem unwichtigen Kram.

Deine Birte

PS: Danke, liebe Anna Koschinski, für die #blognacht.

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6 Gedanken zu „Was mir wirklich wichtig ist – aus Kopf und Herz direkt in den Blog“

  1. ich mag deinen gedankenfluß, dein automatisches Schreiben. Sehr sogar. Du hast mich ein klein wenig abgeholt in meiner ganz neu erkannten Sehnsucht, etwas für diesen Planeten zu tun und mich auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist. Minimalismus – der Begriff ist für mich noch zu groß. Aber ich bin auf dem Weg dorthin, all meinen Konsum, all mein Eigentum zu hinterfragen. Und Dein Artikel zeigt mir, dass es wichtig für mich ist, dass ich deine Blogartikel finde. Ab und zu. denn du kannst mir einen guten weg dorthin zeigen. Danke für deine Gedanken!

    Antworten
    • Liebe Annette, danke für diese wunderschönen Worte, ich freue mich sehr dass mein Text dir eine Inspiration sein kann. Minimalismus – was das für dich bedeutet kannst du ja selbst definieren. Aber man muss es auch nicht so bezeichnen, wenn man das nicht passend findet. Es fasziniert mich eben einfach, dass wegnehmen mehr Lebensqualität bedeutet und gleichzeitig noch gut für die Umwelt ist. Liebe Grüße, Birte

      Antworten
  2. Wow, ein toller Artikel, liebe Birte. Ich mag diese Aus-dem-Herz-direkt-in-den-Blog-Beiträge. Sie sind so erfrischend ehrlich und authentisch.

    Mit deinem Thema Minimalismus habe ich mich ehrlich gesagt noch nie beschäftigt. Aber das sollte ich wohl mal tun, denn ich versinke hier im Chaos und müsste dringend mal ausmisten. Zu viel Zeug und zu wenig Platz. Und da mehr Platz nicht drin ist, muss ich wohl beim Zeug anfangen. 😀

    Ganz liebe Grüße
    Mim

    Antworten
    • Liebe Mim, dann kannst du dich ja freuen, denn in dem vorhandenen Platz fühlst du dich bestimmt freier mit weniger Sachen. Außerdem gehen von jeder Sache auch Reize aus, die auf uns wirken, und das sind ja nicht immer nur gute. Sondern auch solche wie „Müsste ich mal wegräumen“, „müsste ich mal aufräumen“, „hach das waren noch Zeiten“ etc. Von diesen Reizen entlasten wir uns ja auch wenn die Dinge nicht mehr da sind. Ich kann dich da nur von Herzen anfeuern, es mal zu probieren. Fang mit einer kleinen Menge von Dingen an, an denen dein Herz nicht allzu sehr hängt und mach ganz in deinem eigenen Tempo ohne Stress weiter. Ich bin gespannt welche Effekte du für dich entdeckst. Liebe Grüße!

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  3. Liebe Birte,
    schön, wieder von Dir zu hören.
    Das stimmt mich froh! Du MACHSTso viel. Wir Frauen immer uns alle! Ohne dem geht’s nimmer, oder?
    Ich habe mir im Juli nur ein paar Haussandalen u. Socken gekauft. Neben lebensnotwendigen Lebensmitteln war das alles!
    Für mich steht fest: Zuhause sind Aufgaben zu erledigen. Dann mache ich mit Dieter Urlaub in Mecklenburg-Strelitz am Kluger See. Den kennt keiner, und das ist gut so!!!
    That’s all at the moment.
    Ab und zu lade ich die Enkelkids ein. Ab Oktober läuft 2 x mtl. wieder der Hauskreis.
    Liebe Grüße
    Margarete

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    • Liebe Margarete, danke für deinen Kommentar! Deine Pläne klingen doch sehr schön und vor allem wohldosiert und so, als ob du dich freust. Wenn es geht, sollte das doch das einzige Kriterium sein, ob man etwas tut oder nicht tut. Ich wünsche dir viel Spaß bei deinen Aktivitäten! Bis bald!

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